★ DIBT-ZUGELASSENES VERFAHREN

Technische Voraussetzungen der Rohrsanierung

Drei technische Faktoren entscheiden, ob ElastoFlake für ein konkretes Sanierungsprojekt geeignet ist: Was zeigt die Kamerabefahrung? Welches Rohrmaterial liegt vor? Wie sind die Bauteile brandschutztechnisch klassifiziert?

Hier finden Sie die Antworten zu Kamerabefahrung sowie zu Rohrmaterialien und Nennweiten. Brandschutz und Bauphysik behandeln wir ausführlich auf der eigenen Themenseite.

KAMERABEFAHRUNG

HD-Kamerabefahrung als technische Grundlage

Jede Sanierungsentscheidung beginnt mit der Kamerabefahrung. Sie liefert objektive Daten — Befunde, Maße, Dokumentation.

Wie funktioniert eine HD-Kamerabefahrung technisch und welche Geräte werden eingesetzt?
Die HD-Kamerabefahrung erfolgt mit einer fahrbaren oder schiebbaren Spezialkamera, die über Revisionsöffnungen, Reinigungsschächte oder einzelne Anschlussstutzen in das Rohrsystem eingeführt wird. Sie kann sowohl axial die Leitung befahren als auch radial Defekte in den Rohrwänden inspizieren. Die Aufzeichnung erfolgt parallel als Video. Zusätzlich wird typischerweise eine Längenmessung des befahrenen Abschnitts mitprotokolliert, sodass jeder Befund einer Position im Rohrsystem zugeordnet werden kann.
Welche Schadensbilder werden bei der Kamerabefahrung typischerweise dokumentiert?
Die typischen Befunde aus der HD-Kamerabefahrung gliedern sich in vier Kategorien. (1) Strukturelle Schäden: Risse (längs, quer, kombiniert), Brüche, Versatz an Muffen, Lochkorrosion. (2) Querschnittsverengungen: Ablagerungen (Fette, Kalk, Inkrustationen), eingewachsene Wurzeln (bei Grundleitungen), Korrosionsprodukte. (3) Hydraulische Probleme: Gegengefälle, lokale Tiefpunkte mit Ablagerungsanzeichen, Zurückstau-Hinweise. (4) Anschluss-Probleme: undichte Abzweige, falsch eingebundene Anschlüsse, lose Übergänge. Auf dieser Grundlage entscheidet sich, welche Abschnitte beschichtet, welche getauscht und welche unverändert bleiben können.
MATERIALIEN & DN-WERTE

Rohrmaterialien und Nennweitenbereiche der Zulassung

Die DIBt-Zulassung Z-42.3-565 definiert exakt, welche Materialien und Nennweiten saniert werden dürfen. Das Material bestimmt die Verfahrenseignung.

Welche Rohrmaterialien können mit ElastoFlake im Sprühschleuderverfahren saniert werden?
Die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-42.3-565 erfasst neun Rohrmaterialien für die ElastoFlake-Sanierung in Gebäuden. Mineralische Werkstoffe: Beton, Stahlbeton, Steinzeug, asbestfreier Faserzement. Metallische Werkstoffe: Gusseisen (typischerweise SML-Rohre). Kunststoffe: GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff), PP (Polypropylen), PE (Polyethylen), PVC (Polyvinylchlorid). Wichtig: Stahl- und Kupferrohre sind nicht Gegenstand dieser Zulassung; für diese Materialien stehen andere Verfahren zur Verfügung. Asbesthaltige Faserzementrohre sind ebenfalls ausgeschlossen — hier müssen die Materialhandhabung und Entsorgung getrennt geregelt werden.
Was geschieht bei Sonderfällen wie Rohr-Versatz oder besonders aggressiven Abwässern?
Sonderfälle werden vor Beginn projektspezifisch bewertet. Bei kleinem Rohrversatz an Muffen (bis zu wenigen Millimetern) kann die Beschichtung den Versatz nivellieren und eine durchgehende Innenfläche herstellen. Bei größerem Versatz oder gebrochenem Anschluss empfiehlt sich punktueller Rohrtausch des betroffenen Segments. Aggressive Abwässer mit chemischen Belastungen außerhalb der typischen häuslichen Abwasser-Spezifikation (z. B. Industrieabwässer, intensive Reinigungsmittelhaltigkeit) werden vor der Sanierungs-Entscheidung gesondert im Einzelfall bewertet.
BERATUNG

Technische Fragen zu Ihrem Objekt?

Wir prüfen Ihre konkreten Leitungen vor Ort und ordnen ein, welches Verfahren geeignet ist — auf Basis der Kamerabefahrung und des vorgefundenen Rohrmaterials.