★ DIBT-ZUGELASSENES VERFAHREN

Ablauf, Dauer und Aufwand der Rohrsanierung

Wer eine Rohrsanierung in Erwägung zieht, hat konkrete praktische Fragen: Wie läuft das Schritt für Schritt ab? Wie lange dauert es? Müssen Bewohner ausziehen? Was passiert bei der Vorbereitung — und was nach der Beschichtung?

VORBEREITUNG

Bestandsaufnahme, Kamerabefahrung und Konzept

Vor jeder ElastoFlake-Sanierung steht eine fundierte Bestandsaufnahme. Diese Phase entscheidet über Verfahrensauswahl, Bauzeitenplan und Zeitansatz.

Wie läuft die Kamerabefahrung ab und was passiert dabei konkret?
Die Kamerabefahrung ist die erste technische Bestandsaufnahme. Eine HD-Kamera wird über vorhandene Revisionsöffnungen oder Reinigungsschächte in das Rohrsystem eingeführt und befährt die Leitungen vollständig. Aufgenommen werden Risse, Korrosionsstellen, Querschnittsverengungen, Ablagerungen, Muffenprobleme und Anbindungen. Das Ergebnis ist ein dokumentierter Zustandsbericht mit Video- und Standbild-Material, der die Grundlage für das Sanierungskonzept und das Angebot bildet. Ohne diesen Schritt ist eine seriöse Verfahrensauswahl nicht möglich. Die Dauer der Kamerabefahrung richtet sich nach dem Leitungsumfang und reicht von etwa einer Stunde bei kleinen Objekten bis zu mehreren Tagen bei sehr großen Anlagen.
Welche Vorarbeiten sind im Gebäude nötig, bevor das Sanierungsteam kommt?
Die Vorarbeiten sind bewusst gering gehalten. Erforderlich sind: Zugang zu allen Revisionsöffnungen und Reinigungsschächten der zu sanierenden Stränge, ein Stellplatz für das Sanierungsfahrzeug in unmittelbarer Nähe der Anschlussstelle sowie eine Strom- und Wasseranschlussmöglichkeit. Die Wohn- oder Nutzeinheiten an den betroffenen Strängen müssen für die Sanierungsdauer leitungsseitig gesperrt sein — sanitäre Einrichtungen können nicht genutzt werden, solange die Beschichtung aushärtet. Eigentümer und Mieter werden mindestens 4 Wochen vor Beginn der Arbeiten informiert; die Hausverwaltung erhält den Bauzeitenplan zur Weitergabe.
Was wird vor der Beschichtung im Rohr selbst gereinigt?
Vor der eigentlichen Beschichtung wird das Rohr vollständig vorbehandelt. Schritt 1: Hochdruckspülung mit Wasserdruck zur Entfernung von Ablagerungen, Kalkschichten und losen Verschmutzungen. Schritt 2: Mechanische Vorbehandlung mit Spezialgeräten bei besonders hartnäckigen Ablagerungen. Schritt 3: Trocknung mit erwärmter Druckluft, um einen sauberen Haftgrund für die Beschichtung zu schaffen. Schritt 4: Erneute Kamerabefahrung zur Qualitätskontrolle der Vorbehandlung. Erst nach dokumentierter Trockenheit und sauberem Untergrund beginnt der eigentliche Beschichtungsvorgang.
DURCHFÜHRUNG

Sanierung im laufenden Betrieb — Dauer und Bauzeitenplan

Die ElastoFlake-Sanierung erfolgt strangweise im laufenden Betrieb. Zeitansätze, Bauzeitenplan und Sonderfälle prägen die Durchführung.

Wie lange dauert eine ElastoFlake-Sanierung pro Fallstrang und pro Wohneinheit?
Die Zeitansätze basieren auf der DIBt-Zulassung Z-42.3-565 und der Engels-Projektpraxis. Ein reiner Fallstrang von etwa 10 Metern wird in der Regel innerhalb von 1–2 Tagen abgeschlossen — abhängig von Durchmesser (DN 50 bis DN 200), Schadensbild und Zugänglichkeit. Pro Wohn- oder Nutzeinheit ist der Aufwand kleiner: 0,5 Tage, wenn nur der Übergang zum Fallstrang betroffen ist (Strang-Sperrung), bis 1–3 Tage bei vollständiger Sanierung der wohnungsinternen Abwasserleitungen. Bei der Beschichtung selbst werden mehrere Vorgänge übereinander aufgetragen (DN 50: 4 Vorgänge à 2 mm Gesamtwanddicke · DN 75/100: 6 Vorgänge à 3 mm · DN 150–200: 8 Vorgänge à 4 mm).
Müssen Bewohner während der Sanierung aus ihrer Wohnung ausziehen?
Nein. Die Sanierung erfolgt im laufenden Betrieb. Je nach Teamstärke werden ein oder mehrere Fallstränge parallel saniert — den Bewohnern bleibt, sofern technisch möglich, stets mindestens ein Fallstrang in Betrieb. Wohneinheiten, die nicht am gerade sanierten Strang liegen, nutzen ihre sanitären Einrichtungen normal weiter. Die Einheiten am gerade sanierten Strang müssen ihre Sanitäreinrichtungen für die Dauer der Strang-Sanierung sperren; bei Bedarf werden während der Arbeiten Übergangslösungen für die sanitäre Nutzung bereitgestellt (z. B. Porta Pottis oder Sanitärcontainer). Die Sanierung wird über einen Bauzeitenplan gestaffelt, sodass nie das ganze Haus gleichzeitig betroffen ist.
Funktioniert die Sanierung auch im laufenden Hotel- oder Krankenhausbetrieb?
Ja. In hygienesensiblen Bereichen, Beherbergungsbetrieben und öffentlichen Einrichtungen ermöglicht der Bauzeitenplan die Sanierung ohne Komplett-Schließung. Pro Bauabschnitt werden die Zimmer am jeweiligen Fallstrang abwärtsgehend gesperrt; alle anderen Bereiche bleiben in Betrieb. Engels stimmt die Bauabschnitte mit dem Belegungsplan ab und plant die Sanierung in betriebsschwachen Zeiten — bei Hotels typischerweise außerhalb der Hauptbuchungszeit, bei Krankenhäusern abgestimmt mit der Verlegungs-Logistik. Da keine Aufstemmarbeiten erfolgen, entsteht weder Staub noch ein Lärm-Niveau über dem normalen Betriebsgeräusch.
Was passiert, wenn die Kamerabefahrung zeigt, dass nicht alle Rohre saniert werden können?
Engels führt beide Verfahren als Generalunternehmer aus. Wenn die Kamerabefahrung zeigt, dass einzelne Rohrabschnitte nicht mehr beschichtungsfähig sind (z. B. starke Querschnittsverengung, gebrochene Rohrwand mit Versatz), werden diese Abschnitte konventionell getauscht. Die Sanierung erfolgt dann gemischt: die intakten Abschnitte werden im Sprühschleuderverfahren saniert, die nicht-sanierungsfähigen werden punktuell ausgetauscht. Brandschutzmaßnahmen an entstehenden Wand- und Deckenöffnungen werden mit koordiniert. Welche Anteile zu welchem Verfahren gehören, entscheidet sich nach der Kamerabefahrung und wird im Angebot ausgewiesen.
ÜBERGABE & GARANTIE

Nach der Sanierung — Abschlussprüfung und Garantie

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten erfolgen Qualitätskontrolle, Übergabe und Garantiedokumentation als verbindliche Abschluss-Schritte.

Was passiert nach der Beschichtung — wie wird die Qualität geprüft?
Nach Abschluss aller Beschichtungsvorgänge erfolgt eine dokumentierte Abschluss-Kamerabefahrung. Geprüft werden: gleichmäßige Schichtdicke (entsprechend DIBt-Z-565: 2 mm bei DN 50, 3 mm bei DN 75/100, 4 mm bei DN 150–200), porenfreie Oberfläche, vollständige Anbindung an Abzweige und Anschlüsse. Die Aufnahmen werden mit dem Vorher-Zustand verglichen und in der Sanierungsdokumentation eingebettet. Erst nach dieser Qualitätskontrolle erfolgt die Übergabe an den Auftraggeber; festgestellte Nacharbeiten werden vor Übergabe abgeschlossen.
Welche Dokumente bekommt der Auftraggeber zur Übergabe?
Engels stellt mit der Übergabe eine vollständige Sanierungsdokumentation zur Verfügung: (1) Vorher-/Nachher-Aufnahmen der Kamerabefahrung, (2) Sanierungsprotokoll mit Auflistung aller sanierten Stränge und des Materialeinsatzes, (3) Garantiedokumentation mit Geltungsbereich und Laufzeit, (4) bei Mischlösungen mit Rohrtausch: Brandschutz-Nachweis-Dokumente der ausgeführten Schotts und Manschetten.
Welche Garantie wird auf die ElastoFlake-Sanierung gegeben und was deckt sie ab?
Engels Rohrsanierungen gewährt standardmäßig 5 Jahre Garantie auf die ElastoFlake-Beschichtung. Auf Anfrage ist eine Verlängerung auf 10 Jahre möglich. Die Garantie deckt Materialfehler und Verarbeitungsmängel der Beschichtung selbst. Nicht abgedeckt sind Schäden durch unsachgemäße Nutzung (z. B. Einleitung aggressiver Chemikalien außerhalb der zulässigen Abwasser-Spezifikation) oder durch externe Einwirkungen. Die Lebensdauer der Beschichtung selbst — also der Zeitraum bis zur funktionalen Erschöpfung — ist mit etwa 20 bis 50 Jahren vergleichbar mit einem neuen Kunststoffrohr.
BERATUNG

Wie läuft es in Ihrem Objekt?

Wir nehmen den Bestand auf, führen die Kamerabefahrung durch und stimmen den Bauzeitenplan mit Ihnen ab.